Familienkonto: So gelingt die gemeinsame Kontoführung

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Ein Familienkonto ist für Ehepaare, Partner, die zusammenleben und Patchwork-Familien eine praktische Angelegenheit. Während die einen Haushalte ihre kompletten finanziellen Transaktionen über dieses Gemeinschaftskonto abwickeln, führen andere dieses Bankkonto als Zusatzkonto für die alltäglichen Ausgaben. Wichtig ist hier jedoch, nicht nur die Kosten im Blick zu behalten, sondern auch klare Absprachen zu treffen, wie die gemeinsame Kontonutzung erfolgen soll. In den letzten Jahren ist ein wahrer Dschungel an Angeboten rund um das Konto für Paare und Familien entstanden. Gar nicht so leicht, da die richtige Auswahl zu treffen.

Wir erklären in diesem Beitrag, worauf es bei einem Familienkonto ankommt und welche Angebote sich besonders gut für diese Art der Kontoführung eignen.

Familienkonto Vergleich: x Konten für die Familie im Überblick (10/2020)

Wenn die Entscheidung für ein gemeinsames Konto gefallen ist, gibt es verschiedene Dinge zu beachten. Denn nicht jedes Gemeinschaftskonto passt zu jedem Lebensstil. Wir haben in der Tabelle die Girokonten gelistet, die besonders gut als Familienkonto geeignet sind.

Was ist ein Familienkonto?

In jedem Haushalt geht es früher oder später um das Thema Geld. Das alte Modell, dass der Alleinverdiener dem anderen Partner monatlich ein Taschengeld auszahlt, hat ausgedient. Allerdings fällt es auch nicht jedem leicht, die finanziellen Mittel einer Familie und vor allem die Ausgaben im Blick zu behalten. Vor allem dann, wenn jedes Mitglied im Haushalt sein eigenes Konto führt und Ausgaben gegeneinander aufgerechnet werden, ist Streit vorprogrammiert. In einer Familie fallen von Miete und Nebenkosten über Ratenzahlungen, Kosten für Internet, Telefon, Sportverein der Kinder und Kosten für Auto und Lebensmittel jede Menge Kosten an. Ein Familienkonto führt all diese Ausgaben kompakt auf einem Haushaltskonto zusammen. Somit sind die gemeinsamen Ausgaben fein säuberlich von den individuellen Kosten getrennt.

Bei einem Familienkonto gibt es in der Regel zwei Kontoinhaber. Je nach Bedarf ist es möglich, Kontovollmachten für weitere Familienmitglieder einzurichten. Das Familienkonto ist auch unter dem Namen Ehekonto bekannt. Je nach Situation entscheiden sich einige Paare dafür, nur dieses Konto zu führen, andere behalten ihre privaten Girokonten und bestreiten nur die gemeinsamen Ausgaben von diesem Familienkonto. Durch günstige Angebote von Banken, die keine Kontoführungsgebühren verlangen, ist es möglich, stets die passende Banking Lösung zu einem kleinen Preis zu finden.

Ein Girokonto für die ganze Familie – gibt es das?

Das Familienkonto ist als Gemeinschaftskonto bekannt. Kurz gesagt, handelt es sich dabei um ein reguläres Girokonto, das fast jede Privatkundenbank in ihrem Programm hat. Mit dem Unterschied, dass es nicht nur einen, sondern zwei gleichberechtigte Kontoinhaber gibt. Einige wenige Banken erlauben auch mehr als zwei Kontoinhaber. Sind mehr als zwei Kontoinhaber nicht möglich, können einfach Vollmachten für weitere Personen ausgestellt werden. Das Modell wird nicht nur direkt in der Familie angewendet, sondern auch andere Konstellationen können von diesem Gemeinschaftskonto profitieren. Attraktiv ist das Konto auch für Studenten als WG-Konto, aber auch für Interessengemeinschaften und Vereine als Vereinskonto. Die Nutzung des Kontos durch mehrere Personen schlägt sich nicht preislich nieder. Kunden haben bei der Kontoeröffnung immer die Wahl, ob sie ein Einzel- oder Gemeinschaftskonto eröffnen wollen. Bietet eine Bank ein kostenloses Girokonto an, ist damit auch selbstverständlich ein kostenloses Gemeinschaftskonto gemeint.

Mit privaten Regelungen auf der rechtlich sicheren Seite

Ein Familienkonto bedeutet immer ein gewisses Risiko. Denn können alle über das Guthaben verfügen, muss ein gewisses Vertrauensverhältnis bestehen und alle Kontoinhaber müssen einen ähnlichen Umgang mit Geld pflegen. In Partnerschaften, in denen der eine sparsam und der andere einen eher lockeren Umgang mit Geld hat, ist es möglicherweise besser, bei getrennten Konten zu bleiben. Wenn einer das Konto räumt oder überzieht, muss der andere Kontoinhaber dafür geradestehen. Paare, die darüber nachdenken, ein Familienkonto zu eröffnen, sollten daher vorab die folgenden Themen besprechen und vielleicht sogar schriftlich fixieren:

  • Wie viel Geld kann jeder ohne explizite Zustimmung des anderen vom gemeinsamen Konto abheben?
  • Welche Kosten sollen vom Familienkonto beglichen werden und welche Ausgaben trägt jeder von seinem privaten Konto?
  • Sollen Limits für Dispokredit oder Kreditkarte festgelegt werden?
  • Bekommen dritte Personen wie erwachsene Kinder eine Kontovollmacht?
  • Sollen schon Kinder und Jugendliche Zugriff auf das Familienkonto haben? Falls ja, wie wird das im Einzelfall geregelt?
  • Welche steuerlichen Aspekte sind zu berücksichtigen? Dieser Punkt betrifft vor allem Unverheiratete.

Welches Familienkonto ist das beste?

Die Frage, welches Familienkonto das Beste ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn jeder Haushalt hat andere Banking Gewohnheiten. Die einen sind typische Kartenzahler, die sogar eine Packung Milch mit der Girokarte bezahlen, andere sind auf eine gute Dichte an Geldautomaten für den kostenlosen Bargeldbezug angewiesen. Um Klarheit im Dschungel der Angebote zu erhalten, sollten Familien und Paare die folgenden Fragen vorab stellen:

  1. Wie viel Kontoführungsgebühren sind wir bereit, zu zahlen?
  2. Brauchen wir nur Girokarten oder sind auch Kreditkarten notwendig?
  3. Wie sieht es mit der Bargeldversorgung aus – stehen genügend Automaten für kostenfreie Barabhebungen zur Verfügung oder gibt es gegebenenfalls Alternativen wie Bargeldbezug an Supermarktkassen oder der Tankstelle?
  4. Wie sieht es mit den Kosten im Urlaub aus – zu nennen sind hier der Bargeldbezug im Ausland, aber auch die Fremdwährungsgebühren.
  5. Gibt es einen Dispokredit und wie hoch ist der Zinssatz?
  6. Brauchen wir Dienstleistungen in einer Filiale oder erledigen wir unser gesamtes Banking selbst am PC oder in der App?
  7. Akzeptiert die Bank oder einen unterschiedlichen Wohnsitz oder ist der gemeinsame Wohnsitz für die Kontoeröffnung bindend?
  8. Macht die Bank die kostenlose Kontoführung von einem Mindestgeldeingang im Monat abhängig und sind wir in der Lage, diesen zu garantieren?
  9. Gibt es Extras wie Prämien, die eine Kontoeröffnung besonders lohnend machen?
  10. Hat das gemeinsame Konto Features, die unseren Alltag oder unsere Finanzplanung erleichtern?
Tipp: Bevor der Familienkonto Vergleich genutzt wird, sollte jeder Haushalt seine ganz persönliche Prioritätenliste erstellen und dann mit den Angeboten aus der Übersicht abgleichen.

Testsieger Familienkonto 2020

Wir prüfen in unserem Vergleich die Anbieter stets auf Herz und Nieren. Da es sich bei einem Familienkonto um eine Form des Girokontos handelt, bei dem bestimmte Parameter besonders wichtig sind, haben wir die Angebote der Banken und Direktbanken unter die Lupe genommen, um die Tauglichkeit der Angebote für Familien und Partnerschaften zu garantieren. Besonders empfehlenswerte Banken stellen wir hier vor.

comdirect Familienkonto

Die comdirect ist eine Tochter der Commerzbank. Dieses Konto ist perfekt als Familienkonto geeignet, da es bedingungslos kostenlos ist. Ein Mindestgeldeingang ist nicht erforderlich, was es sehr bequem macht, dieses Girokonto als Haushaltskonto zu nutzen. Besonders praktisch ist der kostenlose Bargeldbezug. Denn comdirect-Kunden nutzen die Infrastruktur der Commerzbank. Da die zur Cash Group gehört, ist der kostenlose Bargeldbezug nicht nur an deren Automaten möglich, sondern auch bei der Deutschen Bank, der Postbank und der HypoVereinsbank. Bargeldeinzahlungen sind in den Filialen der Commerzbank möglich. Kunden erhalten für das Bankkonto nicht nur eine Girokarte, sondern auch kostenfrei eine Prepaid-Kreditkarte. Damit ist sogar der weltweit kostenlose Bargeldbezug möglich. Wird die Karte genutzt, um online zu bezahlen, profitieren Familien von 2 % Cashback. Unterwegs kann außerdem bequem kontaktlos mit Google oder Apple Pay bezahlt werden. Der Kontowechsel geht schnell über die Bühne, wenn der gratis Kontowechselservice gewählt wird. Die Direktbank sorgt dann dafür, dass Lastschriften und Daueraufträge umgestellt werden – das spart Zeit und Nerven! Interessant für Familien sind ebenfalls die Zusatzleistungen wie ein sehr günstiger Dispokredit – der Zinssatz liegt gerade einmal bei 6,5 % p.a.!

norisbank Familienkonto

Die norisbank ist eine Direktbank, die ebenfalls ein bedingungslos kostenloses Girokonto anbietet, das wunderbar als Familienkonto geführt werden kann. Ein Mindestgeldeingang ist nicht erforderlich. Mit der Maestro-Card sind kostenlose Bargeldauszahlungen an 31.000 Stellen in Deutschland möglich. Im Ausland wird gratis mit der Mastercard abgehoben, die zum Konto gehört. Geldautomaten der Deutschen Bank können für kostenlose Bargeldeinzahlungen genutzt werden. Außerdem ist die Bezahlung mit Apple Pay möglich. Auch die norisbank bietet einen kostenlosen Kontowechselservice an. Wichtig: Eine schlechte Schufa ist kein Grund, bei der norisbank abgelehnt zu werden. Sind die Voraussetzungen für das Top Girokonto nicht erfüllt, bietet die Bank automatisch ein schufafreies Familienkonto an!

DKB Familienkonto

Das Familienkonto der DKB ist im ersten Jahr kostenfrei. Das bleibt auch so, wenn monatlich mindestens 700 Euro Geld auf diesem Girokonto eingehen. Mit der zum Konto gehörenden Kreditkarte ist in Deutschland, Europa und weltweit der kostenlose Bargeldbezug sichergestellt. Besonders praktisch: Der Notfall-Bargeldservice auf Reisen, der unkompliziert die Versorgung sicherstellt. Familien, die wollen, dass ihr Geld für einen guten Zweck arbeitet, sind bei der DKB bestens aufgehoben. Denn die Direktbank fördert soziale und ökologische Projekte in ganz Deutschland.

ING Familienkonto

Auch bei der ING ist ein monatlicher Mindestgeldeingang von 700 Euro vorgeschrieben, damit die Kontoführung gratis ist. Das ist sie für Kontoinhaber unter 28 Jahren grundsätzlich. Wird diese Summe von 700 Euro nicht erreicht, sind Kontoführungsgebühren in Höhe von 4,90 Euro im Monat zu entrichten. Zum Konto gehören Girokarte und Kreditkarte. Damit ist der kostenlose Bargeldbezug in Deutschland und in der Eurozone gesichert. Außerhalb werden moderate 1,75 % Fremdwährungsgebühren erhoben. Die Dispozinsen sind mit 6,99 % p.a. ebenfalls erfreulich niedrig.

Commerzbank Familienkonto

Manchmal muss es doch eine Filialbank sein, denn viele Bankkunden schätzen die persönliche Betreuung und benötigen zuweilen eine Beratung oder weitere Finanzprodukte wie eine Baufinanzierung oder einen Anschaffungskredit. Kostenlos gibt es das Commerzbank Familienkonto ab dem 1.10.2020 nur noch dann, wenn der monatliche Mindestgeldeingang von 700 Euro gegeben ist. Wird die Mindestsumme von 700 Euro nicht erreicht, sind mit monatlichen Grundgebühren in Höhe von 9,90 Euro zu rechnen.

Kunden können sich an allen Automaten der Cash Group kostenlos Bargeld mit der Girokarte auszahlen lassen. Auf Wunsch kann zum Familienkonto eine kostenlose Kreditkarte beantragt werden. Apple Pay oder Google Pay können ebenfalls genutzt werden.

Tipp: Alle Banken bieten zum Familienkonto ein kostenloses Tagesgeldkonto an. Davon sollte Gebrauch gemacht werden, denn Erspartes wird verzinst, ist aber trotzdem immer direkt verfügbar.

Familienkonto eröffnen: Das gibt es zu beachten!

Bei der Eröffnung eines Familienkontos sind mindestens zwei Kontoinhaber beteiligt. Das bedeutet, dass von beiden auch der Personalausweis und die Unterschrift notwendig sind. Die Bank kann außerdem Gehaltsabrechnungen verlangen, um zu überprüfen, ob der Mindestgeldeingang gewährleistet ist und ein Dispo in welcher Höhe eingerichtet wird. Kunden können ihr gemeinschaftliches Konto in einer Filiale eröffnen. Noch schneller geht es im Internet.

So funktioniert die Eröffnung von einem Ehekonto oder einem Familienkonto online:

  1. Kontomodell auswählen.
  2. Antrag auf Kontoeröffnung online ausfüllen.
  3. VideoIdentifikations-Verfahren starten – die Ausweise beider Inhaber sind erforderlich.
  4. Nach abgeschlossener Legitimation geht die IBAN per E-Mail zu. Das Konto ist sofort einsatzbereit.
  5. Karten und weitere Unterlagen erreichen den Kunden ein paar Tage später mit der Post.

Welche Kosten können bei einem Familienkonto entstehen?

Eine kostenlose Kontoführung bedeutet nicht, dass alles im gemeinsamen Konto inkludiert ist. Mit diesen Kosten muss gerechnet werden:

  • Kontoführungsgebühren: Viele Banken erheben Kontoführungsgebühren. Die können oft umgangen werden, wenn ein Mindestgeldeingang nachgewiesen wird.
  • Karten: Bei einem Familienkonto erhält jeder Kontoinhaber seine eigenen Karten. Aufpreis muss für weitere Karten für Bevollmächtigte bezahlt werden. Gehört die Kreditkarte nicht zum Konto, können extra Jahresgebühren anfallen.
  • Bargeldbezug: Die in diesem Ratgeberartikel vorgestellten Banken bieten ihren Kunden Lösungen für den kostenlosen Bargeldbezug. Doch nicht alle Anbieter sind derart aufgestellt, sodass mit Extrakosten pro Abhebung gerechnet werden muss. Verglichen werden müssen auch die Kosten für den Bargeldbezug im Ausland.
  • Dispokredit: Die Banken legen alle sehr unterschiedliche Zinssätze an. Wer öfter den Dispokredit in Anspruch nehmen muss, sollte auf einen entsprechend niedrigen Zinssatz achten.
  • Weitere Kosten: Manche Banken berechnen die Zusendung von Kontoauszügen. Auf jeden Fall ist in den Gebühren auf kleine, versteckte Kosten zu achten, die sich summieren können.

Kostenloses Familienkonto: Wo gibt es das?

Gute Nachrichten für alle, die keine weiteren Kosten für das Familienkonto in Kauf nehmen möchten: Einige Direktbanken bieten tatsächlich ein gratis Konto für Familien an, das als Gemeinschaftskonto geführt wird. Bei der comdirect erhalten Kunden ein bedingungslos kostenloses Girokonto, ebenso bei der norisbank.

Bei anderen Banken ist die Kontoführung ebenfalls gratis, allerdings muss dafür ein Mindestgeldeingang beachtet werden. Der liegt bei wie wir finden moderaten 700 Euro. Wer die Vergleichsübersicht effektiv nutzt, wird daher keinen Cent extra für das gemeinschaftliche Girokonto bezahlen.

Welche Karten sollten zu einem Familienkonto beantragt werden?

Eine Girokarte sollte standardmäßig zu einem Familienkonto gehören. Jeder Kontoinhaber erhält eine Karte. Sind Vollmachten ausgestellt, sollten auch Girokarten für die Berechtigten beantragt werden. Perfekt, wenn es zum Konto gleich noch eine Kreditkarte gibt. Damit lässt sich online sicher bezahlen und auch im Urlaub unkompliziert – und oft sogar kostenlos – weltweit Bargeld abheben. Verursacht die Beantragung einer Kreditkarte Mehrkosten, sind die Vor- und Nachteile dieser Entscheidung gut abzuwägen.

Die Direktbank als Hausbank nutzen – ist das empfehlenswert?

Wie unser Vergleich zeigt, liegt bei den Direktbanken jede Menge Sparpotenzial. Die hier vorgestellten Direktbanken haben durchaus das Potenzial, zur Hausbank zu werden, denn neben einer guten Bargeldversorgung lassen sich bei den meisten auch Kredite abschließen und es werden weitere Sparprodukte angeboten.

Konto für die Familie – als UND- oder als ODER-Konto?

Beim sogenannten ODER-Konto sind beide Inhaber gleichberechtigt und können sämtliche Transaktionen unabhängig voneinander durchführen. Dieses Konto wird von den meisten Banken angeboten. Beim eher selten anzutreffenden UND-Konto muss jeder Inhaber einer Transaktion zustimmen. Das mag bei einem Vereinskonto sinnvoll und sehr sicher sein, ist aber für eine Familie wenig alltagstauglich.

So werden die Kontoaktivitäten gemeinsam kontrolliert

Bei einem Familienkonto bekommt jeder Kontoinhaber einen eigenen Login. So hat jeder das Onlinebanking im Blick und sieht, was auf dem Konto passiert. Hier lassen sich auch Limits für Karten festlegen. Am besten lädt jeder die zum Konto gehörende App herunter – dann können auch von unterwegs aus Transaktionen gemeinsam besprochen werden.

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